Wenn man Leute fragt, was diese mit Marketing verbinden, ist es die klassische Werbung. Im schlimmsten Fall wird Marketing sogar mit Werbung gleichgesetzt. Marketing umfasst aber viel mehr als nur Werbung. Der Bereich Werbung ist nur ein Bruchteil und gehört zu den Marketingmix. Der Marketingmix ist einfach ausgedrückt das Handwerkszeug jedes Marketer, auf den wir später noch eingehen werden. Viele sehen das Endergebnis von Marketing im Alltag: die Fernsehwerbung, die Bannerwerbung oder das social Media Marketing. Dahinter steht aber ein langer Prozess, bei dem die Taktik an der Strategie festgemacht wird, der Markt vorher analysiert wird und die Marketingmaßnahmen kontrolliert werden.

Es gibt eine grundlegende Aufgabe von Marketing, die im Buch immer wieder auftauchen wird. Dieses Hauptziel von Marketing hängt auch stark mit der Wirtschaftspsychologie zusammen. Es geht um die Schaffung von Nutzen und Verringerung von Schmerz:

Abbildung 1 Das Ziel von Marketing

Die Fragestellung, die damit zusammenhängt, ist: Wann kauft der Mensch?

Er kauft, wenn der Nutzen des Produktes oder der Dienstleistung den Schmerzen, welchen er empfindet, weil er dafür bezahlen muss, übersteigt. Wenn der Kunde denkt, dass das Produkt mehr Wert ist als der Preis, den er bezahlen muss, wird er den Kauf tätigen. Das Ziel vom Marketing ist es nun, genau an dieser Wertformel einzugreifen.

Praxisbeispiel: Wenn man beim Kiosk einkaufen geht und eine Zeitschrift kauft, dann ist der Nutzen, in Form von den Informationen, welchen man durch die Zeitung erhält, größer, als der Preis, den man für die Zeitung bezahlen muss. Für den Kioskbetreiber ist aber das Geld, welches der Kunde bezahlt, wertvoller als die Zeitung.

Das zweite Beispiel spielt in der Wüste. Jemand ist Tage lang im heißen Sand unterwegs und sein Trinkwasser geht zur Neige. Der Wert von einer kleinen Menge Wasser steigt für Ihn enorm an. Für kein Geld der Welt würde er jetzt sein Wasser eintauschen. Hier in Deutschland ist dieses Trinkwasser gerade einmal einige Cent wert. Schlussfolgern lässt sich also, dass der Wert eines Produktes von vielen Variablen abhängt. Zusätzlich lässt sich kaum ein objektiver Wert festlegen. Die Kunst für den Marketer ist es nun, den subjektiven Wert eines Produktes zu steigern.

Im Marketing wird versucht den individuell empfundenen Nutzen zu erhöhen und den Schmerz zu verringern. Den Nutzen kann man, z.B. durch die Produkt- und Kommunikationspolitik erhöht werden und der Schmerz, z.B. durch die Distributions- oder Preispolitik verringert werden. Im optimalen Fall sieht der Kunde ein Produkt, welches er unbedingt haben möchte (Produkt- und Kommunikationspolitik), zu einem fairen Preis (Preispolitik) und er kann es einfach und schnell bezahlen und bekommen (Distributionspolitik). Auf die Marketingmaßnahmen gehen wir als nächstes ein.

Tipp: Passend ist es, Marketing damit zusammenzufassen, dass es den Wert des Produktes oder der Dienstleistung maximiert, indem es den Nutzen erhöht und den Schmerz verringert. Viele Prozesse und Themen zielen immer wieder darauf ab den Wert zu steigern.

Einige Grundlagen begegnen uns noch in vielen weiteren Blogbeiträgen und Videos. Passende Videos findest du auf dem YouTube Kanal von scientific Economics.

Immer daran denken: Stay Science!

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