Facebook ist aus der Social Media Welt nicht mehr wegzudenken, auch wenn es mittlerweile andere Plattformen gibt. Die Beliebtheit dieser Seite hat nicht nur dazu geführt, den Erfinder Mark Zuckerberg reich zu machen, sondern auch dazu, dass andere Leute – nämlich die Mitglieder von Facebook – denselben Wunsch verspürten. Doch zunächst war kein Profit daraus zu schlagen, einfach nur Leute zu kennen und zu befreunden. Also wie kann man es anstellen, Facebook als Werbeträger zu nutzen, um eigene Produkte oder Dienstleistungen an den Mann zu bringen? Das Geheimnis ist das Facebook-Marketing, ein Teilbereich des großen Gebietes des Social Media Marketings.

Wenn Sie nun zu diesem Buch gegriffen haben, in der Hoffnung, dass hier einfach steht: machen Sie einfach diese und das und klicken Sie hier, dann klappt alles, muss Ich Sie leider enttäuschen. Die Sache ist ein wenig komplizierter. Es gibt natürlich grundsätzliche Regeln, wie man vorgehen kann, aber Konzepte und Strategien, die dazu notwendig sind, müssen selbstverständlich von Fall zu Fall und von Unternehmen zu Unternehmen angepasst werden. Dafür gibt es kein Geheimrezept. Die Regeln dafür, wie man dabei vorzugehen hat, finden sich jedoch in der Grundlage des Marketings selbst.

Wenn Sie nicht gerade BWL studiert haben und mit dem Marketing vertraut sind, hilft es Ihnen nicht weiter, wenn man Ihnen sagt, dass Sie einfach die grundlegenden Marketingregeln bei Facebook anwenden sollen. Daher müssen wir einen Ausflug in die Betriebswirtschaftslehre machen, um uns anzuschauen, worum es beim Marketing geht und diese Erkenntnisse anschließend auf Facebook übertragen, immer auch unter Berücksichtigung der speziellen Erfordernisse des Social Media Hintergrundes im Vergleich zum herkömmlichen Marketing.

Dazu muss noch gesagt werden, dass Marketing nicht mit dem Begriff Werbung gleichzusetzen ist, sondern sehr viel mehr erfasst, was berücksichtigt werden muss. Wenn Sie also ein erfolgreiches Konzept für Ihr eigenes Facebook Marketing erstellen wollen, müssen Sie sich leider durch das Basiswissen zum Thema Marketing hindurchkämpfen. Aber es wird sich lohnen!

Grundlagen des Marketing

Definition von Marketing: Hierzu gibt es eine offizielle Definition in Gablers Wirtschaftslexikon:

„Der Grundgedanke des Marketings ist die konsequente Ausrichtung des gesamten Unternehmens an den Bedürfnissen des Marktes. Heutzutage ist es unumstritten, dass auf wettbewerbsintensiven Märkten die Bedürfnisse der Nachfrager im Zentrum der Unternehmensführung stehen müssen. Marketing stellt somit eine unternehmerische Denkhaltung dar. Darüber hinaus ist Marketing eine unternehmerische Aufgabe, zu deren wichtigsten Herausforderungen das Erkennen von Marktveränderungen und Bedürfnis-verschiebungen gehört, um rechtzeitig Wettbewerbsvorteile aufzubauen.“

(http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/marketing.html)

Und was bedeutet das nun?

Wem die offizielle Definition ein wenig zu umständlich oder unverständlich erscheint, der muss sich keine Sorgen machen. Marketing bezeichnet quasi alle Aktivitäten, die die Firma unternimmt, um die Produkte oder Dienstleistungen erfolgreich zu vermarkten. Das bedeutet natürlich mit der größtmöglichen Gewinnspanne. Und hieran sieht man auch gleich, dass Marketing sich nicht einfach auf Werbung beschränkt. Es sind zuvor noch viele andere Schritte notwendig und außerdem neben der Werbung noch viele weitere Prozesse erforderlich.

Marktforschung bei Facebook Marketing

Der Begriffe „alle Aktivitäten” ist natürlich sehr umfassend. Für Neulinge ist das noch relativ nichtssagend. Bevor wir uns das detailliert anschauen, können wir aber schon mal darauf hinweisen, dass man zum Beispiel zunächst die Marktforschung benötigt.

Diese Abteilung des Unternehmens – oder diesen Bereich, den Sie als Einmannbetrieb später auf Facebook kennen müssen, um Ihr Produkt zu verkaufen – ist damit beschäftigt, die relevanten „(Absatz)Märkte“ für die Produkte und Dienstleistungen zu finden. Dazu gehört, dass Sie feststellen müssen, welche Personengruppen oder auch welche Länder an ihrem Produkt interessiert sind und welche davon sich dann auch noch für Sie lohnen (z. B. hinsichtlich Transportkosten oder notwendiger Genehmigungen oder sonstiger Probleme, die die Kosten erhöhen und den Markt uninteressant machen). Zu welchem Preis können die Produkte gemessen an der Zahlkraft der Kundengruppe angeboten werden? Ist zu diesem Preis das Produkt noch gewinnbringend herzustellen und zu vertreiben?

Innerhalb der möglichen Absatzmärkte müssen Sie die geeigneten Zielpersonen finden. Je nach Produkt geht es dabei um Männer (z. B. bei Werkzeugen) oder Frauen (z. B. Beautyprodukte) und auch um das Alter der Zielpersonen (Gebissreiniger macht als Werbung für Grundschüler weniger Sinn als für Senioren, das ist auch klar). Wenn Sie eine breite Produktpalette zur Verfügung haben, können Sie die einzelnen Segmente auf verschiedenen Märkten unterschiedlich streuen und somit die optimalen Produkte für jeden Markt herausfinden.

Außerdem gehört dazu auch immer, dass Sie ein Auge auf die Konkurrenz haben. Was verkauft die Konkurrenz in dem von Ihnen ausgesuchten Absatzmarkt und mit welchem Erfolg? Wie gestaltet der Wettbewerb die Werbung etc.?

Darauf basierend können Sie dann Ihre eigenen Marketingstrategien und Marketingziele aufbauen.

Das Marketingkonzept

Nach einer erfolgreichen Analyse der Situation können Sie festlegen, wie Sie künftig vorgehen wollen. Dafür müssen Sie sich ein Marketingkonzept erstellen, in dem Sie die wichtigsten Punkte detailliert festhalten. Dies ist Ihr künftiger Fahrplan zum Erfolg.

Das Konzept beinhaltet Ihre Marketingziele, alle Ihre Strategien und Maßnahmen sowie das abschließende bzw. laufende Controlling, um zu sehen, ob Ihr Konzept aufgeht oder angepasst werden muss. Vermutlich wird keine Strategie ewig funktionieren, da sich nicht nur Ihre Produkte durch Innovationen ändern werden, sondern auch die Bedürfnisse Ihrer Kunden oder neu gewonnener Kunden. Eine ständige Anpassung ist daher unumgänglich.

Was beinhaltet Ihr Marketingkonzept?

Im Konzept müssen alle Inhalte (alle Maßnahmen, die Sie durchführen möchten) sowie alle zeitlichen Vorgaben (bis wann muss welcher Schritt umgesetzt werden, an welchen Tagen muss eine notwendige Maßnahme zwingend ergriffen werden) und natürlich auch die finanzielle Umsetzung und die Möglichkeiten derselben enthalten sein. Es kommt schließlich nicht nur auf das Budget der Kunden an, sondern auch auf Ihr eigenes.

Die Marketinginstrumente für Facebook Marketing

Die Instrumente sind dazu da, den von Ihnen ausgesuchten Absatzmarkt (Kunden, Lieferanten und Konkurrenz) positiv zu beeinflussen, um Ihre festgelegten Ziele zu erreichen. Hierzu stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Kurz gesagt müssen Sie sich um folgende vier Punkte kümmern:

a)   Preispolitik. Sie müssen für Ihre Produkte den richtigen Preis finden, der abgestimmt ist auf Ihr Budget, die Kaufkraft der Kunden und das Angebot der Konkurrenz. Einführungspreise und Rabattaktionen gehören auch dazu.

b)   Produkt- bzw. Sortimentspolitik. Dies ist der wichtigste Punkt. Denn wenn Sie etwas anbieten, was noch niemand oder fast niemand sonst anbieten kann, haben Sie ein Marktmonopol, ein Alleinstellungsmerkmal und wenig Konkurrenz. Dies wirkt sich auch auf Ihre Preise aus. Wenn Sie als Einziger ein Produkt anbieten, das die Kunden unbedingt wollen, können Sie beinahe jeden Preis dafür verlangen!

c)   Kommunikationspolitik (Werbung). Hierunter fällt zwar die Werbung, aber Kommunikationspolitik ist damit nicht gleichzusetzen, denn sie beinhaltet noch viele weitere Punkte. Bedenken sie hierbei nicht nur irgendwelche Werbeanzeigen, sondern auch Dinge wie Veranstaltungen oder Messen sowie das Auftreten als Sponsor und Public Relations, wodurch Sie sich einen Namen machen können. Auch was Ihre Mitarbeiter über Sie sagen, kann einen positiven Effekt nach sich ziehen.

d)   Absatz- und Distributionspolitik (Vertrieb). Verkaufsfördernde Maßnahmen, die richtigen Händler und Vertriebswege etc. sind je nach Produkt immer zu bedenken. Wollen Sie selbst alles anbieten und vertreiben oder kommt Ihr Produkt in ausgewählte Geschäfte? Oder ist es überall im Einzelhandel erhältlich?

Selbstverständlich können Sie sich nicht nur um einen der Punkte kümmern, sondern Sie müssen alle Instrumente gleichzeitig berücksichtigen und dadurch einen „Marketing-Mix“ verwenden, der breit gefächert ansetzt und somit am effizientesten ist.

Die Marketingziele

Lassen Sie uns noch kurz die Marketingziele anschauen. Natürlich wollen Sie mit Ihren ganzen Analysen und Konzepten und Strategien etwas Bestimmtes erreichen, sonst wäre Ihre gesamte Mühe ja völlig sinnlos.

Sie haben sich einen bestimmten Erfolg zum Ziel gesetzt und versuchen, diesen zu erreichen. Ihre Marketingziele leiten sich also aus den übergeordneten Unternehmenszielen ab, die Ihr Unternehmen sich gesetzt hat, und diese Ziele erreichen Sie durch Ihren oben erklärten Marketing-Mix. Welche Ziele könnten das nun sein?

Wir wollen hierbei nicht allzu sehr in die Tiefe gehen, da wir ja keinen Kurs in BWL machen, aber Sie sollten sich wirklich mit den Grundbegriffen auskennen, denn Sie wollen ja Marketing betreiben.

Unter anderem haben Sie taktische, strategische, aber auch ökologische, ökonomische oder psychologische Marketingziele. Manchmal bedienen Sie alle Sparten gleichermaßen, manchmal weniger. Strategische Ziele sind natürlich immer eine Gewinnoptimierung und das Ausnützen von Marktlücken, um durch Nischenprodukte neue Absatzmärkte zu generieren und insgesamt den Bekanntheitsgrad der eigenen Produkte und des Unternehmens zu erreichen.

Darüber hinaus gibt es noch sogenannte quantitative und qualitative Ziele. Quantitative Ziele sind umsatz- und gewinnorientiert: Welche Gewinne und Umsätze wollen Sie generieren, welche maximalen Kosten wollen Sie bei der Produktion haben, welchen Marktanteil streben Sie an oder welches jährliche Wachstum? Diese Ziele sind wichtig, da es natürlich bei der ganzen Angelegenheit ums Geldverdienen geht.

Aber ohne eine Berücksichtigung der qualitativen Ziele wird es nicht funktionieren. Denn die Qualität Ihrer Produkte und Leistungen und auch des Kundenservice ist maßgeblich am Erfolg beteiligt. Die qualitativen Ziele, die Sie anvisieren sollten, sind also vorrangig die Qualität, die zu den weiteren Zielen wie Image und Zuverlässigkeit führt, was wiederum den Kunden so viel Vertrauen schenkt, dass er zum Stammkunden wird. Also sollte eines der Ziele natürlich die Kundenbindung sein.

In jedem Unternehmen werden sich die Ziele und Ergebnisse natürlich unterscheiden, da jede Firma etwas anderes erreichen möchte und auch völlig unterschiedliche Produkte im Einsatz hat. Daher müssen alle Ihre Konzepte, Strategien und Maßnahmen sowohl beim „normalen“ Marketing als auch beim Social Media Marketing genau aufeinander abgestimmt sein. Es gibt keine fertige Anleitung für Sie, die bei jedem Unternehmen und jedem Produkt zum Ziel führt.

Zu vielen Themen aus dem Marketing Management gibt es bereits Blogbeiträge! Ich kann Ihnen auch mein Buch: Marketing Management – Die Grundlagen des Marketing einfach erklärt empfehlen.

Marketing Übersicht

Abbildung: Marketing Übersicht, eigene Darstellung


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